Fairtrade eine Strategie zur Armutsbekämpfung?

Durch die Globalisierung ist es keine Seltenheit, dass im herrschenden Wirtschaftssystem die Industrieländer Profit auf Kosten der Entwicklungsländer machen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Bevölkerung auf diese Problematik aufmerksam gemacht wird. Zahlreiche Projekte setzen sich für bessere Lebens- und Arbeitsbeziehungen der benachteiligten Produzenten ein. „Fairtrade“ ist ein weltweit bekanntes Projekt, das zur Armutsbekämpfung beiträgt.

Was ist Fairtrade?

Fairtrade, auf Deutsch auch Fairer Handel genannt, ist ein Projekt, das durch gerechtere Handelsbeziehungen die Situation der benachteiligten Produzentenfamilien in den Entwicklungsländern verbessern soll. Fairer Handel bezieht sich hauptsächlich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden (z.B. Kaffeebohnen, Bananen, Kakao etc.). Die Produkte aus fairem Handel sind mit einem Fairtrade-Siegel gekennzeichnet, welches sicherlich viele von uns schon mal irgendwo gesehen haben.

Ziele von Fairtrade

Das Ziel des Fairen Handels ist es die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten durch Zahlung von fairen Preisen zu verbessern. Zudem sollen bei der Produktion der Waren die Menschenrechte eingehalten werden.

Wie funktioniert Fairtrade?

Nun wissen wir was Fairtrade ist und welche Ziele dieses Projekt verfolgt. Aber wir funktioniert eigentlich Fairtrade? Ich möchte es an einem konkreten Beispiel erklären: Wie wir sicherlich alle wissen, gibt es hier bei uns in Deutschland keine Kaffeebohnen. Also müssen wir diese Ware aus Entwicklungsländern importieren. Kaffee ist nach Erdöl der weltweit wichtigste Exportrohstoff. Für einen Großteil der 25 Millionen Kaffee-Bauern ist er jedoch ein sehr arbeitsintensives Produkt, das sehr viel Aufmerksamkeit erfordert  auf der anderen Seite aber nur sehr wenig Gewinne einbringt.
Da die Nachfrage nach Kaffee in Deutschland sehr groß ist, müssen auch dementsprechend große Mengen importiert werden. Solche Mengen können aber die Kleinbauern nicht produzieren und müssen sich deshalb an Zwischenhändler wenden, die die Kaffeebohnen von vielen Kleinbauern zusammenkaufen und sie dann an die Großimporteure weiterverkaufen. Die Preise, die sie von den Zwischenhändlern erhalten, sind oftmals so gering, dass es kaum für Essen, Kleidung etc. ausreicht. In den meisten Kleinbauerfamilien müssen sogar die Kinder arbeiten und können somit nicht zur Schule gehen, da sie es finanziell sonst nicht schaffen würden.

Fairtrade-eine Lösung für Armutsbekämpfung?

In vielen Bereichen hat der Faire Handel dafür gesorgt, dass in der Bevölkerung ein Bewusstsein für kritischen Konsum geschaffen wird. Seit es vielen Menschen nicht mehr egal ist, wie ein Produkt entsteht, achten zunehmend mehr Firmen auf die Einhaltung von Sozialstandards. Über sieben Millionen Bauern und Plantagenarbeiter in 59 Ländern profitieren bereits vom Fairen Handel.

Der Faire Handel ist zwar nicht die Lösung für alle Probleme dieser Welt, aber er bietet benachteiligten Produzenten eine Möglichkeit, ihre Produkte unter fairen Bedingungen zu vermarkten. Konsumenten leisten mit ihrem Einkauf einen persönlichen Beitrag zur Entwicklungshilfe und damit zur Überwindung der Armut. Auch wenn die Erzeugerpreise für die gehandelten Produkte üblicherweise über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt werden, kann der Konsument sicher sein, dass bei der Produktion der Ware internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

„Fairtrade“ ist meiner Ansicht nach ein gelungenes und sinnvolles Projekt, da es zur Armutsbekämpfung beiträgt. Jedoch ist es wichtig, dass die Menschen nachhaltig vom Sinn des Kaufs von fair gehandelten Produkten zu überzeugen, denn dieses Projekt kann nur funktionieren, wenn auch genug Leute Fairtrade-Produkte kaufen. Man könnte zum Beispiel in den Medien auf dieses Projekt bzw. auch auf andere ähnliche Projekte aufmerksam machen, damit die Menschen für diese Problematik sensibilisiert werden. Je mehr Menschen den Fairen Handel auch mit dem Kauf fair gehandelter Produkte unterstützen, desto gerechter geht es im weltweiten Handel zu.

Sabena

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5 Gedanken zu „Fairtrade eine Strategie zur Armutsbekämpfung?

  1. Sehr gut geschrieben – Fair Trade Produkte zu finden ist heutzutage auch gar nicht mehr so schwer, viele Geschäfte bieten eine große Auswahl an fair gehandelten Artikeln: einfach nach dem Fair-Trade-Siegel schauen ( http://www.heldenmarkt.de/wp-content/uploads/2010/02/Fairtrade-Siegel_KLEIN_150dpi_ca_300px-255×300.jpg ) . Das Argument, Fair Trade-Produkte seien zu teuer, ist ja auch kein gutes – die Produkte kosten exakt so viel, wie sie wert sind bzw. die Arbeit, die nötig war, um dieses Produkt herzustellen. Wenn z.B. eine Tafel Schokolade 30 cent kostet, ist da irgendwo im Herstellungsprozess (vermutlich schon bei der Ernte der Kakaobohnen) jemand schwer ausgebeutet und nicht ausreichend entlohnt worden. Schön, das Du Dich diesem Thema enger widmest, Sabena. Weiter so!

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